It’s coming home. Die Bundesliga ist wieder zu Hause beim WDR

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(For a change, an entry in German and on something totally different)

Heute abend ab 18:10 Uhr ist die Bundesliga wieder "zu Hause" bei der ARD Sportschau und beim WDR. So sagt zumindest die Werbung. Für mich weckt die Rückkehr der Sportschau zum WDR "nostalgische Erinnerungen". Und zwar nicht nur aus Zuschauersicht, sondern an die Zeit, als ich beim "Machen" der Sportschau (in "tragender Rolle", nämlich als Kabelhilfe) für rund 6 Jahre, von Mitte 1985 bis Ende 1990 als Schüler und dann als Student dabei war.

Mitte der 80er war Fußball für die Volksseele zwar schon so wichtig wie heute, aber im Fernsehen fand Fußball eben lange nicht in dem Ausmass statt wie heute. In der Sportschau gabs drei oder vier Spiele in Ausschnitten zu sehen, und vielleicht noch die Tore von den anderen (wenn man Glück hatte) und an Kameraperspektiven gab's eben auch nicht so viele. Üblicherweise gab's eigentlich nur drei bis vier Kameras bei einem normalen Spiel. Eine "Führungskamera" für die Totale, dann entweder jeweils eine auf der Tribüne auf Höhe der jeweiligen 16 Meter Linie oder eine weitere Kamera unterhalb der Führungskamera und eine Handkamera für Interviews. Und das Zeug war schwer. Damals war das alles noch gute, alte Analogtechnik und wog ein mehrfaches dessen, was die heutigen Digitalkameras wiegen. Und wir mussten das natürlich alles durch die Gegend wuchten und für jedes Spiel kilometerweise Kabel ziehen. Auch war es damals absolut nicht selbstverständlich, dass der fertig geschnittene Beitrag einfach per Richtfunk (oder über Satellit) übertragen wurde. Wenn, und das galt besonders für die Sonntags-Sportschau, genug Zeit zwischen Aufzeichnungsende und Sendung war, ging das Band per Motorradkurier nach Köln.

Alles das war eine fantastische Zeit -- und der beste Studenten-Nebenjob, den ich mir vorstellen kann. Ich war jede Woche bei mindestens einem Bundesliga Spiel, oder mittwochs bei UEFA Cup, Pokal der Pokalsieger, beim DFB Pokal, der Fußball EM 1988, vielen Playoffs der Eishockey-Bundesliga, mehrmals beim World-Team Cup Tennis, Tischtennis WM 1989, diversen Leichtatlethik Meetings, und so ziemlich bei alle anderen Sportarten die man sich vorstellen kann. Und mit 130,- DM pro Tag und 50% Sonntags- und 100% Feiertagzuschlag war der Spass auch noch richtig gut bezahlt (für die damaligen Verhältnisse).

Einige der damaligen Kabelhilfe-Kollegen sind beim Fernsehen geblieben und teilweise auch vor der Kamera zu sehen. Tom Lehel, zum Beispiel, ist momentan in jeder zweiten Comedyserie am Start und Andreas Sauer ist mit der Band Leo Colonia eine grosse Nummer im Kölner Karneval. Und diverse bekannte Sportredakteure haben just damals beim WDR angefangen, waren als Studenten MAZ Redakteure (d.h. haben während der Ausziechnung Timecodes mitgeschrieben) oder haben auch Kisten geschleppt. Und Herr Guten Abend Allerseits war auch schon damals Redaktionsschef.

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